Ein gesundes Selbstwertgefühl wirkt wie ein innerer Kompass: Es hilft dir, Entscheidungen sicherer zu treffen und Krisen mit mehr Gelassenheit zu bewältigen. Doch was, wenn dieser Kompass ins Stolpern gerät – wenn Selbstkritik überhandnimmt oder das Gefühl, „nicht gut genug“ zu sein, den Alltag prägt? Die gute Nachricht: Selbstwertgefühl steigern lässt sich aktiv angehen – genau hier setzen Tipps für mehr Selbstvertrauen an.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Ein gesundes Selbstwertgefühl ist entscheidend für unser Wohlbefinden und unsere Fähigkeit, Herausforderungen zu meistern
- Niedriges Selbstwertgefühl kann durch negative Botschaften aus der Kindheit, Stress und schwierige Lebensereignisse verursacht werden
- Praktische Übungen wie positive Selbstgespräche, aufrechte Körperhaltung und das Annehmen von Herausforderungen können das Selbstwertgefühl stärken
- Selbstfürsorge, der Umgang mit Kritik und das Vermeiden von Vergleichen mit anderen sind wichtig für ein positives Selbstbild
- Regelmäßige körperliche Bewegung, Freiwilligenarbeit und das Feiern von Erfolgen tragen ebenfalls zur Stärkung des Selbstwertgefühls bei
Was ist Selbstwertgefühl?
Selbstwertgefühl bezieht sich auf die Meinung, die wir von uns selbst haben. Es umfasst, wie sehr wir uns selbst schätzen und wie positiv wir uns selbst und unser Leben sehen. Ein gesundes Selbstwertgefühl hilft uns, mit den Höhen und Tiefen des Lebens besser umzugehen und Herausforderungen mutig anzunehmen. Im Gegensatz dazu führt ein niedriges Selbstwertgefühl oft zu negativen und kritischen Gedanken über uns selbst und unser Leben.
Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2021 zeigt zudem, dass Selbstwertgefühl ein wichtiger beschützender Faktor gegen die Angst vor dem Tod und weitere psychische Probleme ist. Die Forscher fanden heraus, dass ein niedriger Selbstwert eng mit einer höheren Angst vor dem Tod sowie einer stärkeren psychischen Belastung zusammenhängt.
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Ursachen für niedriges Selbstwertgefühl
Niedriges Selbstwertgefühl kann viele Ursachen haben, die oft in der Kindheit beginnen. Lehrer, Freunde, Geschwister, Eltern und sogar die Medien senden uns positive und negative Botschaften über uns selbst. Leider bleiben oft die negativen Botschaften, wie “Du bist nicht gut genug”, in unserem Gedächtnis haften. Stress und schwierige Lebensereignisse, wie schwere Krankheiten oder der Verlust eines geliebten Menschen, können ebenfalls unser Selbstwertgefühl beeinträchtigen.
Tipps zur Steigerung des Selbstwertgefühls
1. Positive Selbstgespräche
Versuche, mit dir selbst in ein positives Gespräch zu kommen. Achte darauf, was deine innere Stimme dir erzählt und probiere, negative Glaubenssätze durch positive zu ersetzen. Wenn du dich selbst kritisierst, gestalte deine Kritik nicht mit Selbstvorwürfen, sondern mit konstruktiven Verbesserungsvorschlägen. So zeigt eine Studie aus dem Jahr 2006, dass Menschen, die bereit sind, Rückschläge als Lernmöglichkeiten zu sehen, höheren Selbstwert haben.
Du solltest dich also selbst ermutigen und Misserfolge als Chancen zur Verbesserung nutzen. Schreibe jeden Morgen drei positive Affirmationen auf, die mit „Ich bin“ beginnen, z. B. „Ich bin stark“, „Ich bin klug“, „Ich bin wertvoll“. Wiederhole sie mehrmals täglich laut, gerne auch vor dem Spiegel.
2. Aufrechte Körperhaltung
Eine aufrechte Körperhaltung lässt dich Sicherheit fühlen und vor allem auch ausstrahlen. Menschen mit aufrechter Körperhaltung werden als wesentlich selbstsicherer und souveräner wahrgenommen. Stelle dir vor, du trägst zerbrechliche Tassen auf deinen Schultern und auf deinem Kopf. Richte dich also auf, nimm die Schultern zurück und den Kopf nach oben. Die schönen Tassen sollen schließlich nicht herunterfallen.
3. Selbstfürsorge
Selbstfürsorge stärkt dein Selbstwertgefühl, denn sich gut um sich selbst zu kümmern bedeutet, dass du es dir selbst wert bist. Dies ist fundamental für deine mentale und körperliche Gesundheit und auch das Selbstbewusstsein profitiert davon. Plane jede Woche eine Selbstfürsorge-Aktivität ein, z. B. ein Home-Spa Abend, eine Massage, Zeit für ein Hobby oder einfach einen Spaziergang in der Natur. Nimm dir dafür auch wirklich Zeit, egal wie stressig dein Alltag gerade ist.
4. Umgang mit Kritik
Der Umgang mit Kritik ist nicht immer leicht. Versuche zu filtern, wann dir konstruktive Kritik entgegengebracht wird und nimm diese an. Lerne daraus, ohne dich von ihr entmutigen zu lassen. Wirst du allerdings dekonstruktiv kritisiert, darfst du diese getrost ignorieren. Wenn du Kritik erhältst, schreibe sie auf und analysiere sie objektiv. Frage dich, was du daraus lernen kannst und wie du es in Zukunft besser machen kannst.
5. Vergleich mit anderen vermeiden
Jeder Mensch ist einzigartig und besitzt seine ganz individuellen Stärken und Schwächen. Vergleiche mit anderen können oft demotivierend sein. Konzentriere dich auf deine eigenen Talente und Fähigkeiten. Wenn du dich dabei ertappst, wie du dich mit anderen vergleichst, überlege dir drei Vorzüge, die du an dir schätzt.
6. Komplimente annehmen
Nette Worte über sich selbst zu hören, erzeugt Freude und ein gutes Gefühl. Wichtig ist, dass du das Kompliment auch annehmen kannst und es nicht herunterspielst oder abweist. Wenn dir jemand ein Kompliment macht, lächle und sage einfach „Danke“. Schreibe die Komplimente, die du erhältst, in ein Tagebuch und lese sie regelmäßig durch, um dein positives Selbstbild zu stärken.
7. Soziale Beziehungen pflegen
Versuche, Beziehungen mit Menschen aufzubauen, die positiv sind und dich wertschätzen. Wenn du feststellst, dass bestimmte Personen dich herunterziehen, versuche, weniger Zeit mit ihnen zu verbringen oder ihnen mitzuteilen, wie du dich durch ihre Worte oder Handlungen fühlst. Eine unterstützende und wertschätzende Umgebung kann dein Selbstwertgefühl erheblich verbessern.
8. Nein sagen lernen
Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl fühlen sich oft verpflichtet, anderen zu helfen, selbst wenn sie es nicht wirklich wollen. Das Risiko besteht darin, dass du überlastet, verbittert, wütend und deprimiert wirst. Lerne, Nein zu sagen, ohne Schuldgefühle zu haben. Es kann hilfreich sein, Nein auf verschiedene Weise zu sagen, bis die Botschaft verstanden wird.
9. Körperliche Bewegung
Körperliche Aktivität ist ein mächtiges Werkzeug zur Steigerung des Selbstwertgefühls. Regelmäßiges Training setzt Endorphine frei, verbessert das Körperbild und vermittelt ein Gefühl der Leistung. Ob es ein kurzer Spaziergang, Yoga oder intensives Training ist, Bewegung hilft dir, dich stärker und selbstbewusster zu fühlen.
Setze dir realistische Fitnessziele und feiere jeden Meilenstein, egal wie klein. Eine Studie aus dem Jahr 2006 unterstreicht, wie wichtig es ist, Selbstwertgefühl kontinuierlich zu stärken, besonders durch Aktivitäten, die das körperliche und geistige Wohlbefinden fördern.
10. Freiwilligenarbeit
Freiwilligenarbeit bietet eine einzigartige Gelegenheit, das Selbstwertgefühl zu stärken, indem du mit anderen in Kontakt kommst und einen bedeutenden Unterschied machst. Wenn du zur Gemeinschaft beiträgst, gewinnst du ein Gefühl von Zweck und Perspektive.
Wähle Ursachen, die dir am Herzen liegen, sei es die Unterstützung lokaler Wohltätigkeitsorganisationen, Hilfe in Tierheimen oder Mentoring von Jugendlichen. Diese Erfahrungen erinnern dich an deinen eigenen Wert und deine Fähigkeit, positive Veränderungen zu bewirken.
11. Freundlichkeit praktizieren
Etwas Nettes für jemand anderen zu tun, kann dein Selbstwertgefühl erheblich steigern. Kleine Akte der Freundlichkeit – wie einem Nachbarn zu helfen, eine nachdenkliche Nachricht zu senden oder aufrichtige Komplimente zu machen – erzeugen eine Welle der Positivität. Diese Handlungen machen nicht nur andere glücklich, sondern stärken auch dein eigenes Gefühl von Wert und Fähigkeit.
12. Erfolge feiern
Siege kommen in allen Größen, und du solltest sie alle feiern. Hast du heute positives Selbstgespräch praktiziert? Hast du einige negative Überzeugungen verbannt oder eine deiner Ängste konfrontiert? Anerkenne diese Gefühle von Vertrauen und Stolz und umarme sie. Es wird dir helfen, dein Selbstvertrauen zu stärken und dir zeigen, dass der Aufbau des Selbstwertgefühls dich dazu bringt, dich wohler mit dir selbst zu fühlen.
13. Negative Menschen loslassen
Es ist eine Sache, negative Gedanken loszulassen, aber hast du darüber nachgedacht, negative Menschen loszulassen? Die Menschen, mit denen du dich umgibst, haben einen großen Einfluss auf deine Stimmung und dein Selbstwertgefühl. Wenn Menschen dich ständig an deine Fehler erinnern, sich über deine Fehler lustig machen oder dich mit Selbstzweifeln füllen, wirst du ein schlechtes Selbstwertgefühl haben.
Aber das Loslassen dieser Einflüsse wird mehr positive Ermutigung und freundlichere Gedanken ermöglichen, die dazu beitragen, dein Selbstwertgefühl zu stärken. Und sobald du die toxischen Eigenschaften einer Person identifizierst, ist es schwer, darüber hinwegzusehen.
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14. Qualität der Positivität beachten
Authentische Ermutigung unterscheidet sich von toxischer Positivität. Echte Unterstützung fühlt sich nicht nur gut an. Sie erkennt auch Herausforderungen an, während sie Hoffnung bewahrt und an deine Fähigkeit glaubt, zu wachsen. Suche nach Stimmen, die realistische, mitfühlende Anleitung bieten, anstatt unrealistische oder abweisende Plattitüden.
15. Informationsquellen regelmäßig überprüfen
So wie du einen physischen Raum entrümpeln würdest, überprüfe regelmäßig die Medien, Beziehungen und Inhalte, die du in deinen mentalen Raum lässt. Frage dich: “Macht mich diese Quelle ermächtigt oder vermindert?”
Mit Geduld zu mehr Selbstbewusstsein
Während du lernst, wie du dein Selbstwertgefühl verbessern kannst, wirst du wahrscheinlich Rückschläge erleben. Du wirst Tage haben, an denen dein schlechtes Selbstwertgefühl überwältigend erscheint. Sei geduldig mit dir selbst. Fortschritt geschieht nicht über Nacht und ist nicht immer linear.
Feiere die kleinen Dinge. Wenn du sogar nur eine Taktik findest, die einen Unterschied für dein Wohlbefinden macht, ist das etwas, auf das du stolz sein kannst. Ein gesundes Selbstwertgefühl ist elementar für deine mentale Gesundheit und dein alltägliches Wohlbefinden. Mit kontinuierlichem Training und Übungen im Alltag kannst du dein Selbstwertgefühl effektiv stärken.
FAQs über Tipps zum Selbstwertgefühl
Was versteht man unter Selbstwertgefühl?
Selbstwertgefühl bezieht sich auf die Meinung, die wir von uns selbst haben. Es umfasst, wie sehr wir uns selbst schätzen und wie positiv wir uns selbst und unser Leben sehen. Ein gesundes Selbstwertgefühl hilft uns, mit den Höhen und Tiefen des Lebens besser umzugehen und Herausforderungen mutig anzunehmen.
Welche Ursachen können zu einem niedrigen Selbstwertgefühl führen?
Niedriges Selbstwertgefühl kann viele Ursachen haben, die oft in der Kindheit beginnen. Lehrer, Freunde, Geschwister, Eltern und sogar die Medien senden uns positive und negative Botschaften über uns selbst. Stress und schwierige Lebensereignisse, wie schwere Krankheiten oder der Verlust eines geliebten Menschen, können ebenfalls unser Selbstwertgefühl beeinträchtigen. Manche Menschen neigen von Natur aus zu negativem Denken oder setzen sich selbst unerreichbar hohe Standards.
Wie kann man negative Gedanken erkennen und herausfordern?
Um dein Selbstwertgefühl zu stärken, ist es wichtig, die negativen Überzeugungen über dich selbst zu erkennen und herauszufordern. Schreibe negative Gedanken auf und frage dich, wann du angefangen hast, so zu denken. Schreibe dann Beweise auf, die diese negativen Überzeugungen widerlegen und füge positive Dinge über dich selbst hinzu. Ziel ist es, mindestens fünf positive Dinge auf deiner Liste zu haben und sie regelmäßig zu ergänzen.
Welche Tipps helfen, das Selbstwertgefühl zu steigern?
Es gibt verschiedene Übungen, darunter positive Selbstgespräche, aufrechte Körperhaltung, Herausforderungen annehmen, Selbstfürsorge, Umgang mit Kritik, Vergleich mit anderen vermeiden, Komplimente annehmen, soziale Beziehungen pflegen, Nein sagen lernen, körperliche Bewegung, Freiwilligenarbeit, Freundlichkeit praktizieren, Erfolge feiern und negative Menschen loslassen.
Wie kann man positive Selbstgespräche führen?
Versuche, mit dir selbst in ein positives Gespräch zu kommen. Achte darauf, was deine innere Stimme dir erzählt und probiere, negative Glaubenssätze durch positive zu ersetzen. Schreibe jeden Morgen drei positive Affirmationen auf, die mit „Ich bin“ beginnen, z. B. „Ich bin stark“, „Ich bin klug“, „Ich bin wertvoll“. Wiederhole sie mehrmals täglich laut, gerne auch vor dem Spiegel.
Warum ist körperliche Bewegung wichtig für das Selbstwertgefühl?
Körperliche Aktivität ist ein mächtiges Werkzeug zur Steigerung des Selbstwertgefühls. Regelmäßiges Training setzt Endorphine frei, verbessert das Körperbild und vermittelt ein Gefühl der Leistung. Bewegung hilft dir, dich stärker und selbstbewusster zu fühlen.
Wie kann man besser mit Kritik umgehen?
Versuche zu filtern, wann dir konstruktive Kritik entgegengebracht wird und nimm diese an. Lerne daraus, ohne dich von ihr entmutigen zu lassen. Wirst du dekonstruktiv kritisiert, darfst du diese getrost ignorieren. Wenn du Kritik erhältst, schreibe sie auf und analysiere sie objektiv. Frage dich, was du daraus lernen kannst und wie du es in Zukunft besser machen kannst.
Warum sollte man sich nicht mit anderen vergleichen?
Vergleiche mit anderen können oft demotivierend sein. Jeder Mensch ist einzigartig und besitzt seine ganz individuellen Stärken und Schwächen. Konzentriere dich auf deine eigenen Talente und Fähigkeiten. Wenn du dich dabei ertappst, wie du dich mit anderen vergleichst, überlege dir drei Vorzüge, die du an dir schätzt.