Yoga ist längst nicht mehr nur ein ruhiger, meditativer Sport, bei dem es um Dehnung und Entspannung geht. In den letzten Jahren haben sich viele spannende Variationen entwickelt, die Yoga mit anderen Disziplinen verbinden. Eine der aufregendsten und dynamischsten Formen ist Acro Yoga – eine Mischung aus Yoga, Akrobatik und Partnerarbeit, die nicht nur Kraft und Balance erfordert, sondern auch ein hohes Maß an Vertrauen und Teamwork. Doch was genau steckt hinter diesem Trend, und warum sollte jeder es einmal ausprobieren?
Was ist Acro Yoga?
Der Name „Acro Yoga“ setzt sich aus zwei Elementen zusammen: „Acro“ steht für Akrobatik und „Yoga“ für die traditionelle indische Lehre, die Körper und Geist in Einklang bringt. Anders als beim klassischen Yoga bist du beim Acro Yoga nicht allein auf deiner Matte, sondern übst zusammen mit einem Partner oder sogar in einer Gruppe.
Acro Yoga kombiniert klassische Yoga-Elemente mit akrobatischen Bewegungen, die zusammen mit einem Partner ausgeführt werden. Während traditionelle Yoga-Übungen oft auf die eigene Körperwahrnehmung und innere Ruhe fokussiert sind, bringt Acro Yoga eine interaktive Komponente hinzu.
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Die drei Rollen im Acro Yoga
Im Acro Yoga werden die Rollen je nach den individuellen Stärken der Partner verteilt. Eine Person übernimmt die Rolle der „Base“, die als solides Fundament Stabilität bietet, während der „Flyer“ akrobatische Figuren in der Luft vollführt.
Traditionell ist die Base häufig männlich und der Flyer weiblich, doch das ist keineswegs eine Voraussetzung – auch zwei Männer oder zwei Frauen können diese Rollen einnehmen. Das Wesentliche dabei ist das absolute Vertrauen zwischen den Partnern.
Eine dritte Person, der „Spotter“, sorgt für die notwendige Sicherheit und unterstützt bei Bedarf. Diese enge Zusammenarbeit erfordert nicht nur physische Stärke, sondern vor allem Vertrauen und klare Kommunikation, wodurch Acro Yoga weit über eine gewöhnliche Sportart hinausgeht. Es wird zu einer tiefen, verbindenden Erfahrung, die das gegenseitige Verständnis fördert und Menschen auf eine ganz besondere Weise zusammenbringt.
Was unterscheidet den Yoga-Stil von allen anderen?
Das Besondere an Acro Yoga ist die Magie des Schwebens. Wer einmal erlebt hat, wie es sich anfühlt, scheinbar schwerelos über dem Boden zu schweben, weiß um die Faszination dieser Bewegungsform. Es geht um das perfekte Zusammenspiel zwischen Spannung und Entspannung, um das Gleichgewicht zwischen Kontrolle und Loslassen.
Dabei wird nicht nur der Körper trainiert, sondern auch der Geist gestärkt. Wer als Base agiert, entwickelt eine tiefe Körperstabilität und ein Gefühl für Balance, während der Flyer lernt, sich hinzugeben und auf die Führung seines Partners zu vertrauen. Gerade dieser Aspekt macht Acro Yoga zu einer einzigartigen Erfahrung, die weit über das rein Physische hinausgeht.
Die unterschiedlichen Elemente des Acro Yoga
Acro Yoga ist jedoch mehr als nur ein akrobatischer Sport. Es ist eine Kombination aus verschiedenen Disziplinen, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen:
- Solar-Akrobatik: Hier geht es um Kraft, Vertrauen und Spaß. In diesem Bereich stehen dynamische Bewegungen und das sichere Fliegen im Mittelpunkt.
- Lunar-Akrobatik: Dieser Teil des Acro Yoga ist sanfter und konzentriert sich auf Entspannung und therapeutische Elemente, ähnlich einer Thai-Massage.
- Yoga & Achtsamkeit: Atemtechniken, Meditation und bewusste Bewegung spielen eine wichtige Rolle, um den Körper bestmöglich auf die Praxis vorzubereiten.
Welche Vorteile bietet Acro Yoga?
Neben den offensichtlichen physischen Vorteilen bietet Acro Yoga eine Vielzahl von positiven Effekten. Die Verbesserung der Körperhaltung, das Training von Koordination und Gleichgewicht sowie die Stärkung der Muskulatur sind nur einige der Aspekte, die diese Praxis mit sich bringt.
Besonders wertvoll ist jedoch die soziale Komponente: Acro Yoga lehrt uns, anderen zu vertrauen und Verantwortung zu übernehmen – sei es als Base, die den Partner sicher in der Luft hält, oder als Flyer, der sich bewusst auf sein Gegenüber einlässt.
Zudem fördert es Geduld und Kommunikation, da jede neue Übung eine Abstimmung zwischen beiden Partnern erfordert. Nicht zuletzt sorgt der spielerische Charakter für eine Menge Spaß und Lebensfreude.
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Erste Schritte: Grundfiguren für Anfänger
Ein idealer Einstieg in Acro Yoga beginnt mit einfachen Grundfiguren, die sich gut für Anfänger eignen. Drei grundlegende Positionen helfen dabei, das Gefühl für Balance, Vertrauen und Körperkontrolle zu entwickeln.
1. Bird
Diese Position ist eine der bekanntesten im Acro Yoga und dient oft als Ausgangspunkt für viele weitere Übungen. Die Base liegt auf dem Rücken und hebt den Flyer mit den Fußsohlen an dessen Hüfte in die Luft.
Der Flyer streckt dabei seinen Körper ähnlich wie in der Yoga-Kobra-Position und stützt sich leicht mit den Händen auf den Händen der Base ab. Die Base sorgt für Stabilität, während der Flyer seine Balance in der Luft findet. Diese Übung verbessert das Gleichgewicht und das gegenseitige Vertrauen.
Plank on Plank
In dieser Position stärkt sowohl die Base als auch der Flyer ihre Rumpfmuskulatur und entwickelt ein Gefühl für Partnerunterstützung. Die Base befindet sich in einer stabilen Plank, während der Flyer mit den Händen auf den Fußgelenken der Base steht und sich nach oben drückt.
Ein Fuß wird auf der Schulter der Base abgelegt, das andere Bein folgt. Diese Übung fördert Kraft, Gleichgewicht und Vertrauen zwischen den Partnern.
2. Folded Leaf
Diese entspannende Position erlaubt es dem Flyer, sich völlig fallen zu lassen. Die Base liegt auf dem Rücken und streckt die Beine in die Luft. Der Flyer platziert seine Hüfte auf den Fußsohlen der Base und lehnt seinen Oberkörper nach vorne, sodass er mit dem Kopf in Richtung Boden zeigt.
Dabei lässt er seine Arme locker hängen und kann sich vollkommen entspannen. Diese Übung eignet sich hervorragend, um ein Gespür für das Loslassen und Vertrauen zu entwickeln.
Vorbereitung und Sicherheit
Die richtige Vorbereitung ist entscheidend, damit du Acro Yoga sicher und mit Freude praktizieren kannst. Eine rutschfeste Yogamatte sorgt für Stabilität, und bequeme, nicht zu lockere Kleidung unterstützt deine Bewegungsfreiheit. Achte darauf, dich vor jeder Einheit gut aufzuwärmen, um Verletzungen zu vermeiden.
Ein sanftes „Einfliegen“ mit einfachen Übungen hilft dir, dich an deinen Partner zu gewöhnen und ein Gefühl für dessen Bewegungen zu entwickeln. Wenn du dich an fortgeschrittene Figuren wagst, stelle sicher, dass du die Grundübungen sicher beherrschst, bevor du komplexere Übergänge und Drehungen ausprobierst.
Fortgeschrittene Übungen und Flow
Wenn du die Basisfiguren gemeistert hast, eröffnet sich eine faszinierende Welt voller kreativer Bewegungsmöglichkeiten. Fortgeschrittene Acro Yogis experimentieren mit dynamischen Sequenzen, sogenannten „Washing Machines“, die fließende Übergänge zwischen verschiedenen Positionen ermöglichen.
Diese erfordern viel Koordination und Kommunikation, sind aber äußerst befriedigend, wenn sie gelingen. Für ambitionierte Praktizierende gibt es sogar akrobatische Sprünge und Drehungen, die das Training auf ein neues Level heben.
Egal, ob du gerade erst anfängst oder schon Erfahrung hast – Acro Yoga bietet dir zahlreiche Chancen, dich weiterzuentwickeln und neue Höhen zu erreichen.
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